Über Baumlinge


Baumlinge sind kleine - manchmal auch größere - Holzstücke, die an den Stämmen einiger Bäume wachsen. Pflückt man einen Baumling vom Stamm, so verbleibt zunächst eine Stelle ohne Rinde, die sich nach einiger Zeit wieder schließt. Baumlinge deuten nicht auf eine Erkrankung des Baumes hin, sie scheinen sich in einem natürlichen Prozeß zu bilden. Auf ebenso natürlichem Wege verschwinden sie wieder – sie vermodern irgendwann und fallen ab.

Erst nach dem Entrinden, Säubern und Schleifen wird der eigentliche Baumling sichtbar. Ihre Formen sind vielfältig – einige sind gleichmäßig rund, länglich oder oval, andere haben Wulste oder Spitzen. Manchmal lassen sich Köpfe, Gesichter oder Tiere erkennen. Es hängt vom Betrachter ab, welche Assoziationen ihm beim Anblick eines Baumlings in den Sinn kommen.

Der Begriff «Baumling» ist keine wissenschaftliche Bezeichnung. Ich habe dieses Wort gewählt, weil der Baumling in seinem inneren Aufbau dem eines Baumes gleicht, er vom Baum gebildet wird, sozusagen eine Art Ableger ist, aber auch, weil «Baumling» ein wenig ins Märchenhafte geht und Baumlinge in ihrem Äußeren manchmal an Fabelwesen erinnern.

Jede Baumling-Art hat ihre charakteristischen Merkmale, es gibt Ähnlichkeiten in Form und Farbe, aber kein Baumling wiederholt sich in einem anderen, jeder ist ein Unikat.